04/09/12

Permalink Avi Primor nennt Einreiseverbot "hysterisch oder populistisch"

Israels früherer Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hat das Einreiseverbot gegen den Literaturnobelpreisträger Günter Grass kritisiert.

Die Maßnahme sei "übertrieben, ein bisschen hysterisch oder populistisch - auf jeden Fall nicht gerechtfertigt", sagte Primor am Sonntagabend in der ARD. Israels Innenminister Eli Jischai betreibe damit Innenpolitik. Grass sei kein Antisemit. Allerdings sei die Aussage des Schriftstellers, Israel wolle den Iran auslöschen, lächerlich. Israel hatte den Schriftsteller wegen seines israelkritischen Gedichts zur Persona non grata erklärt. Das bestätigte ein Sprecher von Innenminister Eli Jischai. Als Persona non grata, also unerwünschte Person, darf Grass nicht mehr nach Israel einreisen. Auch der israelische Historiker Tom Segev und der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, kritisierten das Einreiseverbot: Segev nannte es im Interview mit Spiegel Online einen "absolut zynischen und albernen Schritt des Innenministeriums". Die Motivation des Ministers zu diesem Schritt sei der Versuch, "seine politische Zukunft zu sichern". Beck hält das Verbot für überzogen und falsch. Handelsblatt Online sagte der Politiker: "Das ist unsouverän und demokratisch nicht klug. Ich hoffe, dass man das noch einmal überdenkt". Gleichzeitig äußerte Beck Verständnis für die Verärgerung in Israel.

FirstPost.com: Günter Grass banned in Israel after controversial poem
Jason Ditz: Israel Bars Entry to Poet Who Wrote Against Attacking Iran
Gideon Levy: Israelis can be angry with Gunter Grass, but they must listen to him

Gilad Atzmon: Germans are behind Günter Grass - Israel doesn't approve Grass’s recent poetic intervention. Yet, according to the German Financial Times, Grass views are highly accepted amongst Germans. (Die Israel-Thesen von Günther Grass sind...)

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